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Alles muss raus!

Ich verrate hier jetzt kein Geheimnis: Ich mochte unser Wohnzimmer nie! 

Vor fast vier Jahren sind mein jetziger Ehemann und ich zusammen gezogen. Da er mit seinen Kindern in einem Zweifamilienhaus in einer anderen Stadt wohnte, war von Anfang an klar: 

 

Irgendwann ende ich in einer Kleinstadt!!!

 

(Hier würde ich jetzt gerne den *Nichts-sehen-Affen-Emoji* einfügen.)

 

Als der beste Ehemann und ich uns kennen lernten habe ich relativ spartanisch in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Großstadtherzens Bremens gelebt. Ich liebte meine zwei bunten Wände, meine zwei kleinen Balkone und meinen selbstgebauten Klapptresen in der Küche, der vor allem zur Erweiterung der Arbeitsfläche diente. Mein Schlafzimmer war quasi ein begehbarer Kleiderschrank mit einem total kitschigen Romantikbett und mehr nicht! Im Wohnzimmer stand ein XXL Sessel und mein Fernseher und sonst nur Möbel, die zum Nähen benutzt wurden. Ich fand’s toll und habe die letzten Jahre natürlich auch mal sehnsüchtig zurück geblickt, vor allem eben in Hinblick auf das Wohnzimmer!

 

Ich gestalte Räume gerne, das heißt nicht: Ich gehe ins nächste Einrichtungshaus und nehme Zimmer XY genauso wie es da steht mit nach Hause. Es heißt: Ich renne lieber in mehrere Möbelhäuser, suche mich Nächtelang durch Onlinemöbelshops, klappere sämtliche Gebrauchtwarenhäuser und Onlineportale durch, bis ich dann endlich die für mich passende Einrichtung gefunden habe.

 

 

Das kostet Zeit und auch ganz schön Nerven (vor allem die meines Mannes) und natürlich auch Geld, vor allem wenn man einen kompletten Raum neu gestalten möchte. 

In den letzten vier Jahren haben wir dann eher kleinere Projekte umgesetzt, die Zimmer der Kinder renoviert und mit neuen Möbeln ausgestattet, sie waren den alten einfach entwachsen. Die alten durchgelegenen Schlafzimmermöbel raus und neue (gebrauchte) rein. Die Küche streichen, weil Weinrot einfach nicht meine Küchenfarbe ist und weil es auf jeden Fall Not tat.

 

Anfang 2017 haben wir den Flur tapeziert und neustrukturiert. Der Flur ist ja eigentlich gar kein Raum wo man sich wirklich aufhält, deswegen hatte vor allem der Eingangsbereich eher einen provisorischen Charakter. Dadurch, dass sich der Eingang im Erdgeschoss befindet, sich das Leben aber im Obergeschoss abspielt war das auch lange geduldet.

 

Und dann kam der Sperrmüll...

 

Und der fast vergessene 70er Jahre Schuhschrank meiner lieben Schwiegermutter kam wieder zum Vorschein! Oh mein Gott! Es war klar: Der ist perfekt für unseren Flur.

 

Also haben wir fleißig den Tapezierpinsel geschwungen, alte Tapete abgekratzt, neue drauf gepatscht, altes Schuhschränkchen und neue Kommoden lackiert, ein paar weiße Regalwürfel und eine ausgediente Garderobe bunt lackiert und zu Deko- und Schlüsselhaltezwecken umfunktioniert.

 

In der Werkstatt fand ich noch alte Holzbolen und ein Kupferrohr, die ich meinem Schwiegervater abschwatzen konnte. Daraus zauberte ich ein tolles Schuhregal mit darüber hängender Garderobe.

 

 

Selbst wenn sich mittlerweile wieder so viele Schuhe bei uns angesammelt haben, dass Schränkchen und Schuhregal aus allen Nähten platzen (wir müssen unbedingt mal wieder die rausgewachsenen Schuhe aussortieren) und sich im Eingangsbereich viele Schuhe kreuz und quer stapeln, komme ich gerne nach Hause. Ich freu mich echt jeden Tag über die tollen Farben und den Idustrial-Romantic-Style den der Flur seitdem hermacht.

 

Dieses „Hach“-Erlebnis wollte ich auch gerne nach Feierabend haben, wenn ich mich in meinem bequemen Sessel zurück lehne, die Füße hochpacke und häkle oder stricke oder (ganz neu) Paper "piece". 

 

Ach ja, da war ja was...

 

Das Wohnzimmer hatte aber weder bequeme Sessel noch ein gemütliches Sofa und diese braunen Furnierholzmöbel vor der beige-orange-melierten Wand…

 

Na, ich weiß ja nicht…

 

Ich weiß übrigens auch nicht, ob ich hier wirklich objektiv darstellen kann, wie das Wohnzimmer aussah und sich auch angefühlt hat. Wichtig ist, dass es bei mir doch einen relativ hohen Leidensdruck hinterlassen hat. Ich halte mich einfach viel im Wohnzimmer auf und fand die Idee irgendwie schön, das Zimmer dann auch schön und gemütlich zu finden.

 

Und weil mein Mann mich sehr, sehr liebt, war er einverstanden, dass ich das Wohnzimmer komplett neu gestalte.

 

 

Und bald, ganz bald gibt es dazu hier ein paar „Hach“-Bilder und „Hach“-Blogposts. 

 

Alles Liebe

Eure Suse

 

 

 

verlinkt bei creadienstagDienstagsDInge und Handmade on Tuesday