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365 Tage ab jetzt!

 

Am Nachmittag der erste Schock: Der Stoffladen nicht mal zwei Minuten vom Büro entfernt veranstaltet einen WINTERSTOFFVERKAUF! Die Hölle!!

 

Habe ich zuvor bei der Einkaufsassistenz noch die gerade eingetroffenen Angebote beim Lebensmitteldiscounter gekonnt umschippert, fällt mir hier nun das Weiterlaufen echt schwer... 

 

 

Tief einatmen…

 

Ich mache das wirklich.

 

Ab heute kaufe ich nichts mehr! (Mehr dazu findet ihr hier.)

 

 

Was nicht heißt, dass ich die Tage seit meinem letzten Post noch ordentlich im Online-Shopping-Himmel geschwelgt habe. Ich habe in diesem ganzen Monat noch nichts gekauft, bis auf diese neue Nähmaschine! …  Ok, und 3 Kilo Dinkelspelzfüllung, aaaber in Bio-Qualität und komplett papierverpackt versendet.

 

Obwohl ich mich über dieses „Nichts Kaufen“ die letzten Tage schon ordentlich geärgert habe.

 

Zum Beispiel dann, als mir diese Frau in einer graumelierten Sweatjacke mit regenbogenfarbenem Zipper entgegenkam. Sooo schön das Teil! Ich würde lügen, wenn ich jetzt sage, dass ich „Regenbogenzipper“ nicht 30 Sekunden später in die Suchmaschine meines Browsers eingegeben habe. Kann man tatsächlich kaufen. Habe ich aber nicht!

 

Bleiben wir gleich mal bei Reißverschlüssen über die ich mich geärgert habe: Ich habe wahnsinnig viele Endlosreißverschlüsse, jede Farbe des Regenbogens sozusagen, aber beim Aufräumen am Wochenende ist mir aufgefallen, dass ich zu manchen Farben zwar noch einige Meter Reißverschluss habe, aber gar keine Zipper mehr. Was für ein Mist ist das denn bitte? Hmpf… Grummel…

 

Endlosreißverschluss

 

Als wäre das nicht schon genug ist mir am Donnerstag der Karabiner meiner Umhängetasche abgebrochen. Jetzt kann ich die Tasche zwar noch ans Fahrrad hängen, kann sie aber nicht mehr umhängen. Ich hab sie also den halben Tag unterm Arm spazieren getragen. Ärgerlich. Am meisten hat mich geärgert, dass die Karabiner aus Plastik sind / waren. Habe mich schon länger gefragt, wie das sein kann, dass die Tasche auch nach fast 6 Jahren noch so reibungslos funktioniert… Gedacht! Passiert! Pech! Das Gute ist: Ich kann das flicken! Ist ja nicht so, dass ich keine Karabiner besitze. ;-)

 

Was ich allerdings nicht flicken kann ist meine Lieblingsjeans, die am Wochenende nun doch endgültig den Geist aufgegeben hat. Durch das viele Fahrradfahren war sie zwischen den Beinen schon länger ziemlich dünne geworden. Ein Schicksal, welches leider schon viele meiner Jeans teilten. Hach. Schade.  Die Waschung von genau dieser Jeans war so schön. (Genau das hab ich bei jeder meiner kaputten Lieblingsjeans gedacht!) Obwohl mich der zu tiefe Bund beim Radfahren immer schon gestört hat.

 

 

Am Freitag waren mein Mann und ich abends beim Lieblingsitaliener und haben auf unseren Jahrestag angestoßen. Alles war perfekt bis mich plötzlich eine Mini-Panik überrollte: Was ziehe ich zur Konfirmation seiner Tochter im April an??? Ich kann auch gar nichts nähen, weil ich gar keinen Stoff habe!!! Schnappatmung! Ich konnte mich erst beruhigen nachdem ich meinen gesamten Stoffschrank durchgegangen bin und mir endlich der weiße, leicht durchbrochene Baumwollstoff mit den blauen Täubchen drauf einfiel. Puh! Den hatte ich im Januar 2017 gekauft, weil er um die Hälfte reduziert war und ich mich sofort in einem Kleid mit weitem Rock aus eben diesem Stoff bei unserer standesamtlichen Hochzeit im Februar gesehen habe. Zeitlich war das natürlich alles wieder viel zu eng und nun liegt er seit dem in meinem Schrank. Zum Glück, wohl gemerkt.

 

Stoff mit Tauben

 

Und warum ist es eigentlich so, dass die Bettlaken immer dann kaputt gehen, wenn man sich gerade so wunderbare Dinge wie eine Konsum-Detox-Kur vorgenommen hat???

 

Ich habe einen Plan!

 

Die meisten Stoffe habe ich tatsächlich für ganz bestimmte Kleidungsstücke gekauft, aber diese nie genäht. Das möchte ich in diesem Jahr gerne ändern. Schon allein deswegen, weil es weder in meinem Schrank noch in meinem Kopf noch mehr Platz für Stoff beziehungsweise Nähideen gibt.

 

Darüber hinaus möchte ich mich nähtechnisch weiter entwickeln, meinen Nähhorizont erweitern sozusagen. Kleidung habe ich bisher auch noch nicht so viel genäht und da gibt es ganz sicher einige Nähherausforderungen zu meistern.

 

Eine neue Softshelljacke zum Beispiel. Der passende Stoff liegt schon seit April 2017 im Schrank, da habe ich ihn beim Stoffmarkt gesehen und musste ihn unbedingt kaufen, obschon ich noch gar kein Schnittmuster parat hatte. Dann hat Pattydoo endlich im Herbst ein tolles Schnittmuster für die Softshelljacke Susan herausgebracht. Das hab ich sofort gekauft! Und trotzdem nix genäht…

 

 

Am Wochenende habe ich mich nun endlich mal hingesetzt und eine kleine Skizze angefertigt, wie ich mir meine Softshelljacke denn überhaupt vorstelle und welche Extras sie braucht um Suse-Tauglich zu werden. (Ich fahre viel Rad…)

 

Pattydoo Schnittmusterentwurf Softshelljacke Susan

 

Weitere Nähherausforderungen in diesem Jahr: Hosen!

 

Da ich keinen Jeansstoff als Meterware vorrätig habe, werde ich in diesem Jahr wohl keine 5-Pocket-Denim nähen. (Zu schade aber auch…)

 

Aber ich brauche auf jeden Fall Leggings, Sport- und Yogahosen und auch „normale“ Stoffhosen sowie kurze Hosen für den (hoffentlich) kommenden Sommer. Und: Hosen habe ich noch nie genäht!

 

 

Aus den noch rumliegenden bestimmt drei Metern dünnem, anthrazitfarbenem Anzugstoff lässt sich doch bestimmt eine schicke Hose zaubern? Warum habe ich damals eigentlich so viel von dem Stoff gekauft? Einen Blaser habe ich daraus genäht, das ist aber auch schon über ein Jahr her, und danach? Nichts mehr...

 

Das Schuhproblem

 

Eigentlich bin ich zuversichtlich, dieses Jahr ohne Konsumieren auszuhalten, allerdings redet mir mein Schuhschrank da was anderes ein. Ich war noch nie ein großer Schuhekäufer, in der Regel hatte ich für jede Jahreszeit ein Paar und die wurden dann getragen bis sie komplett auseinander gefallen sind. Am besten passten für Alltag und Arbeit irgendwelche Sneakers, da ich meist Hosen trug, war das auch gar kein Problem. Röcke und Kleider habe ich erst vor zwei, drei Jahren als alltagstauglich für mich entdeckt. Sie machen einfach eine viel schönere Figur als Hosen und seit es Röcke mit Taschen gibt bin ich restlos hin und weg von den Dingern.

 

Seit dem habe ich ein Schuhproblem!

 

Ich finde es tatsächlich schwer schöne und zum Rock passende Schuhe zu finden die dann aber auch noch Fahrradtauglich und bequem sind. Im vergangenen Jahr habe ich nicht nur den viel zu kurzen Sommer sondern auch mein einziges Paar Chelsea-Boots beerdigt und bin recht schnell zu dünnen Stiefeln übergegangen. Was mache ich denn nun in diesem Jahr? Ich besitze zwei Paar Pumps (nichts fürs Rad), zwei Paar Sneakers (nichts für nen Rock), zwei Paar Yoga-Latschen (Flip-Flop ähnliche Dinger / Nur für echt warme Tage) ein Paar Sportschuhe (mit denen ich tatsächlich auch regelmäßig Sport mache) ein Paar dünne Stiefel und ein Paar warme Winterschuhe.

 

 

Ich weiß, Schuhe stehen auf der Ausnahmeliste und ich besitze da auch nicht so viele, aber ich frage mich doch, wie viele Schuhe ein Mensch eigentlich braucht und ob ein Kauf gerechtfertigt ist, nur weil die vorhandenen nicht zum Style passen?

 

Es grüßt euch eine etwas ratlose

Suse