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NO Sugar, Baby!

Er ist in Schokolade, Keksen, Kuchen, Torten, Eiscreme und Gummitieren, in Müsli und Frühstückscerealien, in Joghurt und Pudding, in Wurst und Schinken, in Suppen, Soßen, Pizza und Brot, in Chips, Salzstangen und Nussmischungen und sämtlichen anderen Fertiggerichten.

Ich habe ihn schon zu Hauf konsumiert und auch schon absolut rigoros weggelassen. Ich habe annähernd sämtliche „Austauschstoffe“ ausprobiert und bin doch immer wieder bei ihm gelandet.

Dem Zucker!

Kaum ein anderes Lebensmittel steht in so vielen Negativdiskussionen an erster Stelle.

Ich möchte den Zucker hier gar nicht verteufeln. Ich selbst finde nichts schöner als die aufgeschäumte Milch meines geliebten Milchkaffees  ganz zart mit Zucker zu bestreuen und Schicht für Schicht weg zu löffeln. Herrlich.

Aber Zucker hat auch einen negativen Einfluss auf mich. Er macht mich müde und lethargisch. Esse ich zu viele zuckerhaltige Lebensmittel werde ich schlechtgelaunt und bekomme Kopfschmerzen. Lasse ich den Zucker dann weg ist die schlechte Laune noch schlimmer. Je mehr Zucker ich esse, desto mehr Zucker will ich essen, nein, ich WILL nicht nur, ich habe regelrecht das Gefühl, dass ich noch mehr Zucker BRAUCHE.

Jedes Jahr in der vorösterlichen Fastenzeit lasse ich Zucker weg. Am Anfang fällt mir das ungemein schwer, aber nach ungefähr einer Woche ist das Gefühl weg, dass ich Zucker „brauchen“ würde. Mein Essverhalten ist dann wesentlich ruhiger, soll heißen: Ich fühle mich länger und besser satt, esse keine Zwischenmahlzeiten und nasche auch nicht den ganzen Tag um mich herum und der Fernsehabend wird auch nicht durch lautes Chipsgeknabber gestört.

Manchmal halte ich diese zuckerfreie Phase drei oder sogar sechs Monate durch, fühle mich zufrieden, ausgeglichen und auch ein bisschen stolz, dass ich es so lange ohne Zucker durchgehalten habe. Doch irgendwann probiere ich doch ein Stück Torte beim Familiengeburtstag, ein Stück Schokolade bei der Freundin oder den Nachtisch bei einem gemütlichen Restaurantbesuch mit meinem Mann und dann bin ich wieder voll drauf! Denke ich vor dem ersten Bissen noch, dass ich es kontrollieren kann, ist es beim zweiten Bissen viel zu süß und spätestens beim vierten Bissen werde ich gierig und esse noch ein zweites Stück. Die Zuckerfalle schlägt zu und hat mich wieder rigoros in ihren Fängen. Zuckerfreie Lebensmittel sind dann für einen längeren Zeitraum keine Option.

In diesem Jahr bin ich 33 Jahre alt geworden, habe meine ersten grauen Haare entdeckt und heimlich gezupft, zum zweiten Mal geheiratet, meinen ersten Vier-Sterne-All-In-Urlaub auf Kos verbracht und mein Kreativbüro eingerichtet und trotzdem denke ich nicht an die tollen Momente dieses Jahres und meines Lebens zurück, sondern immer nur an die vielen Dinge, die ich noch nicht gemacht habe, die Länder, die ich noch nicht bereist habe, die Bands, die ich noch nicht live gesehen habe, die Bücher, die ich noch nicht gelesen und die Filme, die ich noch nicht gesehen habe.

Meine Noch-Zu-Erledigen-Liste ist schier endlos, meine Zeit hier aber nicht. Leider! Ich muss sie also optimieren, die noch kommenden fünfundfünfzig (55!) Jahre, mindestens! Und weil ich mich zurzeit andauernd über mich selbst, meine ständige Müdigkeit, meine Faulheit und Unfitness ärgere, werde ich etwas ändern müssen.

Ich lasse also Zucker weg! Allen Zucker! Komplett!

Zum Süßen werde ich nur noch Honig und Trockenobst verwenden.

Es ist nicht so, dass ich nicht schon einige Rezepte mit Honig oder Datteln ausprobiert habe, aber gebacken habe ich eigentlich weniger zu meinen zuckerfreien Zeiten. Es wird also auch eine kleine Herausforderung…

Ich bin gespannt.

 

Mein erstes komplett zuckerfreies Rezept habe ich auch schon ausprobiert. Es stammt aus dem Buch „Eat to Live – Das Kochbuch“ von Dr. Joel Fuhrman und ich habe es schon vor dem ersten Probebacken abgewandelt, weil mir einfach zu viel Gemüse in dem Schokokuchen war. ;-)

zuckerfreier Schokoladenkuchen, Schokokuchen

Zutaten für einen gesunden Schokoladenkuchen:

 

250g Vollkornmehl

1 Teelöffel Backpulver

3 Teelöffel Natron

180g Datteln

3 Bananen

2 Äpfel

3 Möhren

4 Esslöffel Kakaopulver (zuckerfreien Backkakao)

1 Messerspitze Vanillepulver

 100g Nüsse (ich habe Walnüsse und Haselnüsse gemixt)

360ml Wasser

 

Zubereitung:

 

Den Ofen habe ich auf 175°C bei Ober-und Unterhitze vorgeheizt.

Die Äpfel hab ich entkernt und an den Möhren die Enden abgeschnitten, abgesehen von den Bananen habe ich aber nichts geschält. Aber gewaschen hab ich alles. ;-)

Obst, Gemüse, Datteln, Wasser, Vanillepulver und Kakao habe ich in einen großen Messbecher getan und mit dem Passierstab zu einer mehr oder weniger feinen Masse püriert.

Mehl, Backpulver und Natron habe ich gemischt und unter den Obst-Mix gegeben.

Die Nüsse habe ich grob gehackt und zum Schluss unter den Teig gemixt. Danach habe ich den Boden einer Springform mit Backpapier ausgelegt und den Teig gleichmäßig darin verteilt.

Das alles muss dann für ungefähr eine Stunde gebacken werden.

Der Kuchen wird ziemlich dunkel, deswegen habe ich ihn nach der Hälfte der Zeit mit Alufolie abgedeckt. Am besten macht man da auch die berühmte Stäbchenprobe, um ganz sicher zu sein, dass der Kuchen auch wirklich fertig ist.

Durch den hohen Obstanteil bleibt der Kuchen auch am Ende der Backzeit schön matschig, er ist von der Konsistenz also eher wie ein Brownie, was ich aber fantastisch finde. Gleichzeitig ist der Kuchen aber auch schön locker-fluffig, was wirklich sensationell ist. Überrascht hat mich, dass ich das Obst überhaupt nicht hervor schmecke, vor allem die intensive Banane. Er schmeckt natürlich anders, als die Brownies, die ich sonst immer so backe. Die Süße ist viel angenehmer, natürlicher eben.

Vielleicht mache ich beim nächsten Mal doch noch die Rote Beete rein, die im ursprünglichen Rezept steht, nun lasse ich mir den Kuchen aber erst mal schmecken.  J

 

 

Alles Liebe

Eure Suse